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Gesundheit und Soziales


Alten- und Familienpflege

Häusliche Pflege

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Der Pflegeberuf ist sehr vielfältig; er umfasst ein breites Spektrum an Aufgaben und Tätigkeiten. Dazu gehören die pflegerische, medizinische und soziale Versorgung und Begleitung der Menschen, die sich den Pflegenden anvertrauen. Der Bedarf an qualifizierten und verantwortungsbewussten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pflege ist stark gestiegen.

Die Ausbildung in der Altenpflege, Altenpflegehilfe und Familienpflege findet an staatlich anerkannten Fachseminaren statt. Die Bezirksregierung achtet als Aufsichtsbehörde darauf, dass die Ausbildungen nach geltendem Recht stattfinden. Das geschieht durch enge Zusammenarbeit mit den Fachseminaren.

Zum Ende der Ausbildung erfolgt die staatliche Abschlussprüfung unter Vorsitz der Bezirksregierung. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung erteilt die Bezirksregierung auf Antrag die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung.


Ausbildung in der Altenpflege

Ausbildungsziel

Die Ausbildung in der Altenpflege soll die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die zur selbstständigen und eigenverantwortlichen Pflege einschließlich der Beratung, Begleitung und Betreuung alter Menschen erforderlich sind. Darüber hinaus soll die Ausbildung dazu befähigen, mit anderen in der Altenpflege tätigen Personen zusammenzuarbeiten und Verwaltungsarbeiten zu erledigen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Aufgaben in der Altenpflege stehen.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzungen für die Zulassung zur Ausbildung in der Altenpflege:

  • persönlich und gesundheitlich zur Ausübung des Berufs Altenpfleger/in geeignet
  • mindestens eine abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung 

oder

  • Hauptschulabschluss oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss, sofern eine erfolgreich abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung oder der erfolgreiche Abschluss in der Altenpflegehilfe oder Krankenpflegehilfe nachgewiesen wird,

oder

  • eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den      Hauptschulabschluss erweitert.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre, in Teilzeitform bis zu fünf Jahren. Sie besteht aus theoretischem und fachpraktischem Unterricht sowie einer praktischen Ausbildung. Sie erfolgt im Wechsel von Unterrichts- und Praxis-Abschnitten. Erste Ansprechpartner für Interessenten sind die Pflegeeinrichtungen und die Fachseminare für Altenpflege.

Ausbildungsstätten

Die theoretische Ausbildung (theoretischer und fachpraktischer Unterricht) wird an den Fachseminaren für Altenpflege erteilt.

Die praktische Ausbildung wird in folgenden Einrichtungen vermittelt:   

  • in einem Heim im Sinne des § 1 Heimgesetz oder in einer stationären Pflegeeinrichtung im Sinne des § 71 Absatz 2 SGB XI, wenn es sich um eine Einrichtung für alte Menschen handelt,
  • in einer ambulanten Pflegeeinrichtung im Sinne des § 71 Absatz 1 SGB XI, wenn deren Tätigkeit die Pflege alter Menschen einschließt,
  • Ausbildungsabschnitte können in weiteren Einrichtungen, die pflegebedürftige Menschen betreuen, stattfinden.

Staatliche Abschlussprüfung

Die staatliche Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil.

Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung

Die Erlaubnis wird auf Antrag von der Bezirksregierung erteilt, wenn die antragstellende Person

  • die vorgeschriebene Ausbildung absolviert und die Abschlussprüfung bestanden hat,
  • sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die      Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ergibt,
  • in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs geeignet ist,
  • über die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen Kenntnisse der      deutschen Sprache verfügt.

Ausbildung in der Altenpflegehilfe

Ausbildungsziel

Die Ausbildung vermittelt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für eine qualifizierte Betreuung und Pflege alter Menschen in stabilen Pflegesituationen unter Aufsicht einer Pflegefachkraft erforderlich sind.

Zugangsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung in der Altenpflegehilfe:

  • 16. Lebensjahr vollendet
  • persönlich und gesundheitlich zur Ausübung des Berufs Altenpflegehelfer/in geeignet
  • Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsstand oder durch das Fachseminar bescheinigte Eignung auf der Grundlage einer besonders erfolgreichen Teilnahme an mindestens zwei Bausteinen von je zwei bis drei Monaten des nordrhein-westfälischen Werkstattjahres, Bereich
    Altenhilfe.

Eine Zulassung zur Ausbildung ist ausgeschlossen, wenn die Bewerberin oder der Bewerber bereits früher eine Prüfung in der staatlichen Altenpflegehilfe endgültig nicht bestanden hat.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Vollzeitform 12 Monate, in Teilzeit höchstens 24 Monate.
Die theoretische Ausbildung (theoretischer und fachpraktischer Unterricht) umfasst 750 Stunden und findet an den Fachseminaren für Altenpflege statt, die die Gesamtverantwortung für die Ausbildung tragen.

Die praktische Ausbildung im Praxiseinsatz umfasst 900 Stunden und unterteilt sich in vier Abschnitte. Je zwei Abschnitte finden statt

  • in einem Heim im Sinne des § 1 Heimgesetz oder in einer stationären Pflegeeinrichtung im Sinne des § 71 Absatz 2 SGB XI, wenn es sich um eine Einrichtung für alte Menschen handelt. 
  • in einer ambulanten Pflegeeinrichtung im Sinne des § 71 Absatz 1 SGB XI, wenn deren Tätigkeit die Pflege alter Menschen einschließt,

Jeder Praxisabschnitt dauert mindestens 200 Stunden. Die restlichen Stunden können für Praktika in weiteren Einrichtungen, die pflegebedürftige Menschen betreuen, genutzt werden.

Staatliche Abschlussprüfung

Die staatliche Prüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil.

Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung

Die Erlaubnis wird auf Antrag erteilt, wenn die Antrag stellende Person

  • die vorgeschriebene Ausbildung absolviert und die Abschlussprüfung bestanden      hat,
  • sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die      Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ergibt und
  • in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs geeignet ist.

Die in einem anderen Bundesland erteilte Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „staatlich anerkannte/r Altenpflegehelfer/in“ gilt auch in Nordrhein-Westfalen.


Ausbildung in der Familienpflege

Ausbildungsziel

Die Ausbildung zur Familienpflegerin und zum Familienpfleger soll Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln, die dazu befähigen,

  • selbstständig und eigenverantwortlich die Hausfrau, den Hausmann oder die verantwortliche Person im hauswirtschaftlichen, erzieherischen oder pflegerischen Bereich vorübergehend zu vertreten, zu unterstützen oder anzuleiten,
  • hilfsbedürftigen Menschen jeden Alters in ihrer Wohnung zu betreuen und zu pflegen, und
  • diese Aufgaben in familienähnlichen Strukturen sowohl vorübergehend als auch dauerhaft zu übernehmen.

Zugangsvoraussetzungen

  • körperlich, geistig und persönlich für die Familienpflege geeignet,
  • 17. Lebensjahr bei Beginn der Ausbildung vollendet,
  • Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Bildungsstand,
  • oder abgeschlossene Ausbildung und mindestens einjährige Tätigkeit im hauswirtschaftlichen, pflegerischen oder pädagogischen Bereich
  • oder 25. Lebensjahr vollendet und nachweislich mindestens sechsjährige Führung eines Mehrpersonenhaushaltes
  • oder nachweislich mindestens sechsjährige Führung eines Mehrpersonenhaushaltes und abgeschlossene Ausbildung zum/zur Familienhelfer/zur Familienhelferin.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert 24 Monate und umfasst 1.800 Stunden theoretischen und fachpraktischen Unterricht sowie 1.200 Stunden praktische Unterweisung.

Staatliche Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem fachpraktischen Teil.

Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung

Die staatliche Anerkennung als Familienpfleger oder Familienpflegerin setzt neben der erfolgreichen Abschlussprüfung ein einjähriges Berufspraktikum in Einrichtungen der Familienpflege voraus. Nach erfolgreich abgeleisteten Berufspraktika wird die staatliche Anerkennung als Familienpfleger/Familienpflegerin auf Antrag erteilt.

Gleichwertigkeitsfeststellung Altenpflege, Altenpflegehilfe, Familienpflege

Überprüfungen, ob ausländische Bildungsabschlüsse im Bereich der Altenpflege oder Familienpflege deutschen gleichwertig sind oder ob Ausbildungsdefizite bestehen, werden in Nordrhein-Westfalen zentral durch das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie (LPA) bei der Bezirksregierung Düsseldorf vorgenommen.

Die Bezirksregierung Münster übernimmt die Prüfung der fachbezogenen Sprachkenntnisse sowie die Entscheidung über die Erlaubnis zur Führung der jeweiligen Berufsbezeichnung für den Regierungsbezirk Münster.

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Telefon: +49 (0)251 411-0
Telefax: +49 (0)251 411-2525

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