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Strahlenschutz
Arbeiten mit radioaktiven Stoffen

Mann liegt unter Röntgengeröt

Mit Hilfe eines Bodycounters – oder auch Ganzkörperzähler genannt – werden Menschen auf Inkorporation untersucht, die mit offenen radioaktiven Stoffen umgehen. © LIA.nrw/Tobias Vollmer

Durch Inhalation (Einatmen), Ingestion (Schlucken), Injektion (nuklearmedizinische Behandlung) oder durch die Aufnahme in den Blutkreislauf, zum Beispiel über offene Wunden, können radioaktive Stoffe (Radionuklide) in den Körper gelangen. Dieser Vorgang wird als interne Kontamination oder Inkorporation bezeichnet.

Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 1.349 Personen auf die Aufnahme und Speicherung von radioaktiven Stoffen im Körper (Inkorporation) überwacht. Bei 59 der überwachten Personen wurden Inkorporationen nachgewiesen.

Strahlenrisiko

Die potentielle Gefährdung für eine Inkorporation ist besonders hoch, wenn Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer mit offenen radioaktiven Stoffen arbeiten. Also Stoffen, deren Strahlung nicht oder nur unvollständig durch eine umschließende Hülle abgeschirmt wird. Werden radioaktive Stoffe in den Körper aufgenommen, führen sie bei den Betroffenen zu einer inneren Strahlenexposition. Übersteigt die Strahlen-Dosis im Körper bestimmte Grenzwerte, kann sich das schädlich auf die Gesundheit auswirken und beispielsweise zu Schäden und krankhaften Veränderungen an Organen oder Knochen führen.

Beschäftigte, die berufsbedingt einem höheren Risiko durch Inkorporation mit Folgedosis ausgesetzt sind, werden deshalb regelmäßig auf Inkorporation untersucht. Bei welchen Beschäftigten eine solche Überwachung vorgeschrieben ist, kann in der Strahlenschutzverordnung nachgelesen werden. Zur Risikogruppe der möglicherweise exponierten Personen gehören etwa Personen, die im Bereich der Nuklearmedizin mit offenen radioaktiven Stoffen arbeiten oder Menschen, die in der Kerntechnik tätig sind.

Strahlenschutzmessstelle

Die Strahlenschutzmessstelle des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung NRW untersucht potentiell durch Inkorporation gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Die Nachweisverfahren für diese Untersuchung variieren nach der Art der Radionuklide. So kann eine Inkorporation durch Gammastrahlung beispielsweise mithilfe einer Ganzkörpermessanlage ermittelt werden. Bei Alpha- und Betastrahlung, die nur eine geringe Strahlungsreichweite von wenigen Zentimetern haben, wird die Strahlenaktivität dagegen anhand des Urins oder anderer Ausscheidungen untersucht.

Aufgaben der Bezirksregierung

Die Bezirksregierung Münster sorgt dafür, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer die strahlenschutzrechtlichen Vorschriften einhalten, um sich und Dritte zu schützen. Hierzu überwacht sie die Strahlenschutzorganisation in Unternehmen hinsichtlich der Vermeidung von Strahlenrisiken wie sie zum Beispiel durch Inkorporation hervorgerufen werden können. Weiterhin erteilt sie unter anderem Genehmigungen für den Umgang mit und die Beförderung von sonstigen radioaktiven Stoffen sowie ihr Einverständnis zur Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten. Auch die Registrierung von Strahlenpässen und die Festlegung von Ersatzdosen gehören zu den Aufgaben.

Rechtsvorschriften

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