Regierungsbezirk Münster

Hauptinhalt

Im Fokus


Umwelt- und Störfallinspektion
Chemieanlage unter der Lupe

Gruppenfoto

Expertinnen der Bezirksregierung Münster kontrollieren eine Rückstandsverbrennungsanlage: (v.l.) Dr. Gudrun Kieper-Schnelle, Elisabeth Ottensmann und Katharina Weixler. © Bezirksregierung Münster

Bild herunterladen

Morgens um acht Uhr auf dem Werkgelände der BASF in Münster-Hiltrup. Vertreter der Bezirksregierung Münster beginnen einen von insgesamt drei Kontrolltagen und werden von den Mitarbeitern der BASF in Münster begrüßt. Ausgestattet mit Helmen, Schutzbrillen, Sicherheitsschuhen und gelben Sicherheitsjacken begeht das rund zehnköpfige Team aus Mitarbeitern der Bezirksregierung Münster und der BASF die Anlagen des Unternehmens.

Umweltkontrolleure unterwegs

Eine davon ist Elisabeth Ottensmann. Sie ist Chemieingenieurin und arbeitet im Dezernat für Immissionsschutz der Bezirksregierung Münster. Zusammen mit ihrer Kollegin Dr. Gudrun Kieper-Schnelle und aus dem Dezernat für Abfallwirtschaft Katharina Weixler nimmt sie eine kombinierte Störfall- und Umweltinspektion vor. Konkret geht es um eine Verbrennungsanlage für Rückstände. Im Rahmen der Umweltinspektion erfolgt die Abfallstromkontrolle durch Katharina Weixler. Gemeinsam überprüfen sie bei der Umweltinspektion, ob die erforderlichen Umweltschutzvorschriften in den Bereichen Luft, Wasser und Abfall eingehalten werden. Bei der Störfallinspektion wird zum Beispiel hinterfragt, ob die Anforderungen zum Brand- und Explosionsschutz eingehalten werden.

Kombination von Umwelt- und Störfallinspektion

Die Kontrollen werden bewusst miteinander kombiniert. „Damit können wir Synergieeffekte erzielen, zum Beispiel sind Anforderungen für den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wie das Vermeiden von Leckagen auch wichtig im Hinblick auf die Anforderungen des Explosionsschutzes“, erklärt Elisabeth Ottensmann.

Parallel nimmt ihr Kollege Siegfried Putzka aus dem Dezernat für Immissionsschutz, in der  Klarlackfabrik eine Störfallinspektion vor. Die Störfallinspektion bezieht sich nicht auf eine einzelne Anlage, sondern den gesamten Betriebsbereich. Es ist es sinnvoll sich bei der Inspektion aufzuteilen, um möglichst viele Anlagen kontrollieren zu können.

Genehmigung der Anlage

Gruppenfoto

Katharina Weixler im Gespräch mit Dr. Florian Müller, Betriebsleiter der Rückstandsverbrennungsanlage. © Bezirksregierung Münster

Die Rückstandsverbrennungsanlage ist eine von vielen Anlagen des Unternehmens, die in diesen Tagen unter die Lupe genommen wird. Auf dem Kontrollplan stehen zum Beispiel auch die Destillation und Containerreinigung und die Lackfabrik. „Wir können nicht jede Rohrleitung an der Anlage kontrollieren, aber wir können überprüfen ob und wie das Unternehmen sicherstellt, dass jede kontrolliert wird. Bei einer Kontrolle schauen wir uns stichpunktartig relevante Bereiche an“, erklärt Dr. Gudrun Kieper-Schnelle. 

Vorbesprechung

Bevor die Anlagen in Augenschein genommen werden, gibt es eine Vorbesprechung. Elisabeth Ottensmann trägt mehrere Ordner bei sich. Den dicksten Ordner legt sie auf den Besprechungstisch. Pinke, gelbe und grüne Post-its markieren wichtige Punkte, die sie ansprechen möchte. Sie ist gut vorbereitet und arbeitet ihre lange Liste mit Fragen ab. Während der letzten Prüfung hat die Bezirksregierung Münster kleinere Mängel benannt, die noch behoben werden müssen. Unter anderem wurde angemerkt, dass an einer bestimmten Stelle in der Rückstandsverbrennungsanlage eine Verbesserung des Brandschutzes erfolgt.

Sicherheit geht vor

Mitarbeiter vor Leitungen

Dr. Gudrun Kieper-Schnelle und Elisabeth Ottensmann begutachten relevante Rohrleitungen. © Bezirksregierung Münster

Zu jeder Anlage gehört ein Sicherheitsbericht, den schauen sich die Vertreter der Bezirks­regierung Münster ganz genau an. In diesem Sicherheits­bericht für die Rückstands­verbrennungsanlage werden Gefahren­quellen analysiert und unter anderem Aspekte der Sicherheits­technik und des Brand- und Explosions­schutzes betrachtet.
Bei der Stör­fallinspektion wird stich­probenhaft überprüft, ob die technischen und organisatorischen Vor­kehrungen, die den sicheren Betrieb der Anlage gewährleisten, den Angaben im Sicherheits­bericht entsprechen. Ein Beispiel dafür ist die Brand­meldeanlage, die gewährleistet, dass im Notfall die Werkfeuerwehr schnellstmöglich vor Ort ist. Ein externer Sach­verständiger überprüft regelmäßig die Brand­meldeanlage auf Betriebs­sicherheit und Wirksamkeit.

Regelmäßiger Kontakt

Mitarbeiter im Gespräch

Experten der Bezirksregierung im Gespräch mit Betriebsleiter Dr. Florian Müller. © Bezirksregierung Münster

Die zuständigen Dezernate der Bezirksregierung Münster stehen regelmäßig in Kontakt mit dem BASF-Team, das für die Anlagen und deren Sicherheit und die Anforderungen des Umwelt­schutzes verantwortlich ist. Einmal im Jahr machen sich Vertreter der Fachdezernate bei einer mehrtägigen Kontrolle einen persönlichen Eindruck von den Anlagen. Zusätzlich nimmt die Bezirks­regierung an den vierteljährlichen Behörden­konferenzen teil. Im ständigen Prozess trifft BASF Abstimmungen, die die Anlagen betreffen, um Fehler zu beseitigen oder Schutzmaßnahmen zu verbessern.

Die Rückstands­verbrennungs­anlage, die von den Experten der Bezirksregierung Münster kontrolliert wird, verbrennt Rückstände aus der Lackherstellung sowie gefährliche Abfälle genehmigter Abfallschlüssel und nutzt die heißen Rauchgase zur Dampfherstellung. Der Dampf wird für verschiedene Herstell­prozesse und zum Heizen von Produktions-, Labor- und Verwaltungsgebäuden genutzt. Die Bezirksregierung Münster genehmigt diese und weitere Anlagen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz auf dem Betriebsgelände und überwacht die Auswirkungen der Anlagen auf die Umwelt.

Schichtpläne, Messwerte und Übersichtspläne

Das Team von BASF lässt sich offenen in die Karten schauen. Der Betriebsleiter der Verbrennungsanlage Dr. Florian Müller und sein Team stehen Rede und Antwort und legen Prüfberichte von Sachverständigen und betriebsinterne Dokumentationen vor. Schichtpläne, Messwerte und Übersichtspläne werden stichpunktartig nach Ungereimtheiten von den Umweltkontrolleuren begutachtet. Die Behälter in den Anlagen, in denen wassergefährdende Stoffe gelagert werden, und die dazugehörigen Rohrleitungen werden immer zusammen nach einem bestimmten Zeitplan durch einen Sachverständigen kontrolliert.

„Es muss klar geregelt sein, welche Leitung zu welchem Behälter gehört, um dann zu wissen, wann und in welchem Rahmen sie kontrolliert wird. Die Rohrleitungen müssen dicht sein, damit der Boden nicht kontaminiert wird“, sagt Elisabeth Ottensmann.

Abfallwirtschaft

Mitarbeiter vor Abfallbehältern

Katharina Weixler hat speziell die Abfälle der Anlage im Blick. © Bezirksregierung Münster

Behälter und die zugehörigen Rohrleitungen sind Bereiche, die sich Elisabeth Ottensmann und ihre Kolleginnen ganz genau anschauen. Der Betriebsleiter der Anlage Dr. Florian Müller erklärt vor Ort, welche Leitungen zu den Behältern führen. Pläne und Tabellen treffen auf Realität. 

Katharina Weixler aus dem Dezernat für Abfallwirtschaft bleibt an einem Container stehen: Was für Müll wird hier gelagert? Wo ist die fachgerechte Kennzeichnung? Es gibt noch viele Themen, die bei der Kontrolle überprüft werden: Dokumentenkontrolle, Sicherheitsmanagement oder Alarm- und Gefahrenabwehrpläne. Am Ende des Tages sind Elisabeth Ottensmann und ihre Kolleginnen zufrieden. „Viele Fragen konnten uns heute direkt beantwortet und Dokumente vorgelegt werden, aber ein paar Punkte sind noch offen. Diese überprüfen wir im Anschluss an die Inspektion,“ fasst Elisabeth Ottensmann den Tag zusammen. Morgen geht es weiter mit der Anlage „Destillation und Containerreinigung“.

Verwandte Themen

Zusätzliche Informationen

Downloads

Service-Bereich, Kontaktformular, Inhaltsverzeichnis

Kontakt Hinweis: Bitte füllen Sie alle Pflichtfelder aus. Diese sind mit einem * markiert.

Mehr Optionen

Anschrift

Bezirksregierung Münster
Domplatz 1 – 3
48143 Münster

Telefon: +49 (0)251 411-0
Telefax: +49 (0)251 411-2525

poststelle@brms.nrw.de

Navigation

 
Move Schließen
\
Expand
Zurück Zurück Weiter Weiter
{pp_gallery_content}