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Regierungspräsidentin Dorothee Feller (2.v.r.) überreichte im Beisein von Architekt Krishan Zora (l.) und Bürgermeister Sebastian Täger (2.v.l.) den Förderbescheid an den stellvertretenden Vorsitzenden des Schloss Senden e.V. Dr. Franz Waldmann (r.) © Schloss Senden e. V.


26.10.2018
Bezirksregierung fördert Schloss Senden mit 215.000 Euro

Münster/Senden. Aus dem Denkmalförderprogramm 2018 des Landes Nordrhein-Westfalen fördert die Bezirksregierung Münster das Schloss Senden mit 215.000 Euro. Regierungspräsidentin Dorothee Feller überreichte gestern (25. Oktober) in Senden den Förderbescheid an den stellvertretenden Vorsitzenden des Schloss Senden e.V. Dr. Franz Waldmann.

„Ich freue mich, dass wir mit dem Förderbescheid die Bemühungen um den Erhalt dieses außergewöhnlichen Schlosses im Münsterland beitragen können. Sie haben hier schon einiges geschafft“, sagte die Regierungspräsidentin bei ihrem Besuch in Senden. „Ich wünsche Ihnen weiterhin eine glückliche Hand und viel Erfolg auf dem weiteren Weg.“

Mit dem Geld soll die Süd- und Ostfassade des Rombergtraktes von Schloss Senden einschließlich des Südturmes und des Balkons saniert werden. Das Schloss Senden ist einzigartig im Münsterland. Es repräsentiert mit seinen verschiedenen Gebäuden 500 Jahre Europäische Baugeschichte. An der 100-Schlösser-Route gelegen, zieht es nicht nur viele Radtouristen an, sondern ist als einziges Schloss im Münsterland über den Dortmund-Ems-Kanal auch mit dem Schiff erreichbar.

Im Mittelalter lag hier der Hof von Benekamp. Um 1460 errichtete Ludeke Droste (1405–1466) an diesem Platz seine Wasserburg. Aus der Zeit stammt das Herrenhaus mit dem markanten Dreistaffelgiebel, der als ältestes erhaltenes Baudenkmal dieser Form richtungsweisend für andere Renaissancebauten dieser Art in Westfalen war. Die Südseite der dreiflügeligen Anlage mit den Schießscharten und Steinkreuzfenstern stammt vermutlich ebenfalls aus der Zeit.

Im Barock wurde aus der befestigten Wasserburg eine repräsentative Schlossanlage mit Alleen, Park und schön ausgerichteten Gräften. Durch Um- und Neubauten kamen das schrägstehende Mannenhaus (1719) und der mächtige Rombergtrakt (1899) hinzu. 1957 verkaufte die adelige Familie Droste zu Senden ihren jahrhundertealten Wohnsitz an den Inhaber der Funnemann-Schule in Münster. Vierzig Jahre lang hatte das Schloss unterschiedliche Nutzungen, von Altenwohnort über Schule mit Internat bis hin zu Hotel und Restaurant.

Nach etwa 15-jährigem Leerstand übernahm im Jahr 2015 der Verein Schloss Senden e. V. die Schlossanlage. Seitdem herrscht Aufbruchstimmung. Der Verein betreibt mit großem Engagement den Wiederaufbau. Schon jetzt finden vielfältige Kultur- und Bildungsveranstaltungen wie Konzerte, Workshops oder der „Advent auf Schloss Senden“ statt, die sich zu einem echten Geheimtipp entwickelt haben.

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