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Umwelt und Natur


Gewässerschutz und Gewässerentwicklung

Gewässerschutz und Gewässerentwicklung

© Bezirksregierung Münster

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Die Aufgabe des Gewässerschutzes ist es, die Gewässer als Bestandteil des Naturhaushalts und als Lebensraum zu sichern. Die Bezirksregierung leistet ihren Anteil daran, indem sie die ökologische Gewässerentwicklung im Regierungsbezirk fördert und begleitet. Die Phase der Umgestaltung der Flüsse, Bäche und Auen ist im Dienstbezirk noch nicht abgeschlossen. Doch der Zustand vieler Gewässer hat sich bereits sichtbar verbessert.

EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL)

Die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) prägt jetzt und zukünftig in ganz Europa die Gewässerbewirtschaftung. Mit der Wasserrahmenrichtlinie gibt die Europäische Union einen Handlungs- und Zeitplan für eine ökologisch orientierte Entwicklung der Flüsse und Seen in Europa vor. Bäche und Flüsse, aber auch die Auen, sollen wieder zu zentralen Lebensadern in unserer Region werden. Um die Funktion als Lebensraum für eine vielfältige Fauna und Flora sicherzustellen, sollen die ökologischen Potenziale der Gewässer weiterentwickelt werden.

Die EG-Wasserrahmenrichtlinie legt für alle europäischen Gewässer, für

  • Bäche,
  • Flüsse,
  • Seen und
  • die Küstengewässer,

Ziele hinsichtlich der Ökologie und der Chemie fest. Diese Ziele, der „gute Zustand“ der Ökologie und Chemie, mussten bis zum Ende des Jahres 2015 erreicht werden. Wo dies nicht möglich war, wurde die Frist begründet bis 2021 verlängert. Spätestens 2027 muss der „gute Zustand“ erreicht werden.

Die EG-Wasserrahmenrichtlinie wurde durch entsprechende Anpassungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und der Landeswassergesetze (LWG) in deutsches Recht umgesetzt. Dadurch erlebt die, auch bisher betriebene, ökologische Verbesserung der Gewässer eine zusätzliche Dynamik.

Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Nordrhein-Westfalen

In den Jahren 2001 bis 2004 wurde die Bestandsaufnahme für die Flussgebiete erarbeitet. Sie beschrieb den Ausgangszustand der Gewässer. Anschließend wurden Konzepte entwickelt, um die Gewässer zu untersuchen. Gestützt auf aktuelle Untersuchungsergebnisse wurden in den Jahren 2013 bis 2015 sogenannte Programmmaßnahmen zur Beseitigung der erkannten Defizite ermittelt. Sie fanden Eingang in den Bewirtschaftungsplan und das Maßnahmenprogramm 2016 – 2021, die im Dezember 2015 in Kraft getreten sind. Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm wurden damit behördenverbindlich und sind von allen Behörden zu berücksichtigen und umzusetzen.

Aufbau von Kooperationsstrukturen im Regierungsbezirk

Bis zur ersten Jahreshälfte 2010 hat die Bezirksregierung Münster den Aufbau flächendeckender Kooperationsstrukturen begleitet und zum Teil initiiert. In allen Bereichen des Regierungsbezirks Münster wurden die Kooperationsleitungen und Verantwortlichkeiten festgelegt. 2012 haben die Kreise und Wasserverbände sogenannte Umsetzungsfahrpläne zur ökologischen Gestaltung regionaler Gewässer aufgestellt. In diesen sind insbesondere abgebildet:

  • die einzelnen Schritte,
  • der zeitliche Ablauf und
  • der voraussichtliche finanzielle Aufwand der Maßnahmen.

Ziele für Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen sollen mehr als 2.200 Kilometer Gewässer naturnah gestaltet und ihre Durchgängigkeit für die Fische verbessert werden. Die Planung sieht drei Bewirtschaftungsperioden vor:

  • 2010 – 2015,
  • 2015 – 2021,
  • 2021 – 2027.

Die Umgestaltungen werden die Gewässer sichtbar verändern. Gute Beispiele sind schon überall im Land vorhanden, auch an vielen kleineren Gewässern in der Region.

Der Ausschnitt aus dem Umsetzungsfahrplan Ems

Der Ausschnitt aus dem Umsetzungsfahrplan „Ems – Hauptfluss Warendorf“ stellt mögliche Maßnahmen dar. © Bezirksregierung Münster

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Förderprogramme zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie

Ein wesentlicher Baustein des Maßnahmenprogramms zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie im Bereich der Oberflächengewässer ist das Programm „Lebendige Gewässer“. Das Programm fördert die ökologische Entwicklung der Gewässer in Nordrhein-Westfalen bis 2027 mit insgesamt voraussichtlich 2,1 Milliarden Euro. Hierbei fördert das Land Nordrhein-Westfalen Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der Gewässer bis zu 80 Prozent.

Auch der Schutz des Grundwassers wird gefördert. In den Gebieten, in denen besondere Belastungssituationen bestehen, wird die Umsetzung des Düngerechts durch gezielte Beratung der Landwirtschaftskammer NRW flankiert. Hierfür stehen der Landwirtschaftskammer seit einigen Jahren jährlich 3 Millionen Euro zur Verfügung. Das Beratungsprogramm Wasserrahmenrichtlinie soll in den nächsten Jahren weiter fortgeführt werden.

Zuständigkeitsbereiche der Bezirksregierung Münster

Zur Aufstellung von Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm koordiniert die Bezirksregierung Münster die Erarbeitung in Teileinzugsgebieten. Diese Zuständigkeit an Flussgebietseinheiten folgt dem flussgebietsbezogenen Ansatz der Wasserrahmenrichtlinie.

Für folgende Teileinzugsgebiete beziehungsweise Flussgebietseinheiten obliegt der Bezirksregierung die WRRL-Federführung:

  • Ems – Ems-NRW und Hase-NRW,
  • Rhein – Emscher,
  • Rhein – Ijsselmeer-Zuflüsse NRW,
  • Schifffahrtskanäle NRW.

Außerdem hat die Bezirksregierung Anteile an den WRRL-Zuliefergebieten Lippe und Rheingraben-Nord. Hier arbeitet sie den federführenden WRRL-Geschäftsstellen anderer Bezirksregierungen beziehungsweise Bundesländer zu und nimmt eigene Aufgaben wahr.

Gewässerentwicklung

Maßnahmen zur Gewässerentwicklung prüft die Bezirksregierung im Rahmen von Anträgen auf Förderung und begleitet fachtechnisch ihre Ausführungen.

Hierbei kann es sich zum Beispiel handeln um:

  • den Bau von Organismenaufstiegsanlagen,
  • den Rückbau von Querbauwerken,
  • die Anlage von Sohlgleiten,
  • die Verbesserung der Gewässerstruktur,
  • das Einbringen von Totholz,
  • die Anlage von Sekundärauen.

Förderung Wasserwirtschaft

Die Bezirks­regierung Münster wickelt als Förder­behörde die Förder­programme des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Land­wirtschaft, Natur- und Verbraucher­schutz (MKULNV) des Landes Nordrhein-Westfalen in folgenden Bereichen ab:

  • Gewässerausbau,
  • Gemeinschaftsaufgaben (Bund und Länder) und
  • Programme der EU.

Ems-NRW und Hase-NRW

Renaturierte Ems

Mit ökologischen Verbesserungsmaßnahmen wie Laufverlängerung und dem Einbringen von Totholzelementen wurde Eigendynamik der Ems bei Einen entwickelt. © Bezirksregierung Münster

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Das Einzugsgebiet der Ems in Nordrhein-Westfalen beträgt circa 4.100 Quadratkilometer. Davon liegt ungefähr ein Drittel im Bereich der Bezirksregierung Detmold. Auf einer Lauflänge von circa 155 Kilometer münden zahlreiche Nebenflüsse in die Ems, zum Beispiel Glane, Werse, Bever, Hessel und Lutter.

In dem vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Einzugsgebiet der Ems gibt es circa

  • 60 Wassergewinnungsanlagen,
  • 70 kommunale Kläranlagen und
  • 53 industrielle Kläranlagen.

Zur Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem angrenzenden Bundesland Niedersachsen und den Niederlanden gibt es eine gemeinsame Geschäftsstelle Ems.

Die Hase mündet im Nachbarland Niedersachsen in die Ems. Der nordrhein-westfälische Teil des Hase-Einzugsgebietes, das sind 118 Quadratkilometer, wird von der Bezirksregierung im Zusammenhang mit der Ems federführend bearbeitet. Es ist ein gering besiedeltes Gebiet, das überwiegend landwirtschaftlich geprägt ist. Zum Beispiel wurde die Werse zwischen Ahlen und Beckum auf einer Länge von circa 11 Kilometern ökologisch verbessert.


Emscher

Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Einzugsgebiet Emscher

Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Einzugsgebiet Emscher © Bezirksregierung Münster

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In der Emscherregion leben circa 2,3 Millionen Einwohner. Die Region umfasst 865 Quadratkilometer. Es ist mit 2.700 Menschen pro Quadratkilometer eines der dichtest besiedelten Gebiete Europas. Der Ballungsraum bildet die Kernzone des rheinisch-westfälischen Industriegebietes und ist von Kohlebergbau, Stahl- und Chemieindustrie geprägt.

Ausgangslage

Aufgrund der Bergsenkungen wurden die Fließgewässer Ende des 19. Jahrhunderts zu offenen Abwasserkanälen umgebaut. Sie wurden stark begradigt, um die Abwässer möglichst schnell abzuleiten. Gleichzeitig wurden circa 100 Pumpwerke in den Gebieten errichtet, die auf anderem Wege nicht zu entwässern waren. Viele Wasserläufe sind eingedeicht, damit sie auch die Hochwassermengen sicher ableiten können. So ist die 81 Kilometer lange Emscher auf 40 Kilometer von Deichen eingefasst, die bis zu 10 Meter Höhe erreichen.

Umbau

Seit 1992 läuft der flächendeckende Umbau des Emscher-Systems mit veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 4,4 Milliarden Euro. Es ist derzeit das größte wasserwirtschaftliche Projekt in Europa. Ziel ist es, die Emscher und ihre Nebenbäche naturnah zu gestalten. Das erfordert:

  • den Neubau und die Erweiterung von Flusskläranlagen,
  • den Bau von Abwasserkanälen und
  • den Bau von Rückhaltebecken.

Zeitplan

Bis 2017 sollen die Arbeiten am unterirdischen Kanalnetz abgeschlossen sein: 400 Kilometer Rohre werden dafür bis in eine Tiefe von 40 Metern verlegt. Die Rohre haben teilweise einen Durchmesser von 3,6 Metern.

Die Renaturierung der Emscher und ihrer Nebengewässer soll bis spätestens 2020 durchgeführt sein. Wenn man die Zeit einer ökologischen Gewässerentwicklung berücksichtigt, ist es wahrscheinlich, dass die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2027 erreicht werden.


Ijsselmeer-Zuflüsse Nordrhein-Westfalen

Das Einzugsgebiet der Ijsselmeer-Zuflüsse Nordrhein-Westfalen beträgt 2.183 Quadratkilometer. Das überwiegend landwirtschaftlich genutzte Gebiet liegt an der Grenze zu den Niederlanden und dem Bundesland Niedersachsen. Hier gibt es 26 Wassergewinnungsanlagen der öffentlichen Wasserversorgung mit ihren Schutzgebieten. Siedlungsflächen nehmen etwa sechs Prozent der Fläche ein.

Bedeutende Fließgewässer sind:

  • Issel,
  • Bocholter Aa,
  • Berkel,
  • Schlinge,
  • Ahauser Aa,
  • Dinkel,
  • Vechte und
  • die Steinfurter Aa.

Schifffahrtskanäle in Nordrhein-Westfalen

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie gibt auch Vorgaben für eine ökologisch orientierte Bewirtschaftung künstlich angelegter Gewässer, wie die Kanäle in Nordrhein-Westfalen. Ihre ökologische Aufwertung ordnet sich den Restriktionen der für die Schifffahrt geschaffenen Gewässer unter. Die Schifffahrt stellt den Hauptzweck der Kanäle dar und die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs darf nicht beeinträchtigt werden.

In Nordrhein-Westfalen befinden sich vollständig oder in Abschnitten die folgenden Kanäle:

  • Datteln-Hamm-Kanal,
  • Dortmund-Ems-Kanal,
  • Mittellandkanal,
  • Rhein-Herne-Kanal,
  • Wesel-Datteln-Kanal.

Der Mittellandkanal liegt im Zuständigkeitsbereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte in Hannover. Für alle übrigen Kanäle ist die Wasser- und Schifffahrtsdirektion West in Münster zuständig. Die Direktionen sind Dienststellen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Hintergrund

Die nordrhein-westfälischen Schifffahrtskanäle mit einer Länge von rund 380 Kilometer sind Teil des Westdeutschen Kanalnetzes. Das Kanalnetz verfügt über eine Gesamtlänge von circa 625 Kilometer. Die Kanäle verbinden als künstlich geschaffene Gewässer die großen Stromgebiete Deutschlands und Europas. Sie sind zwischen 1899 und 1931 für den Gütertransport erbaut und seitdem mehrfach ausgebaut worden. Die Kanäle werden ebenso für die Wasserversorgung wie für die Freizeitgestaltung und Erholung der Bevölkerung genutzt. Sie sind jedoch auch Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.


Zuliefergebiet Lippe und Rheingraben-Nord

Das im Zuständigkeitsbereich der Bezirksregierung Münster liegende Zuliefergebiet Lippe ist circa 1.704 Quadratkilometer groß.

Das Stever-Heubachgebiet hat eine ländliche Struktur. Es zählt rund 223.000 Einwohner auf einer Fläche von 925 Quadratkilometern. Mehr als die Hälfte davon sind landwirtschaftliche Flächen. Die Bäche und Flüsse haben zusammen eine Lauflänge von fast 354 Kilometern, der größte Teil ist ausgebaut, begradigt oder verrohrt.

Das Lippegebiet von Dorsten bis Lünen, in dem rund 500.000 Einwohner leben, ist geprägt

  • vom Steinkohlenbergbau,
  • von Industrieansiedlungen und
  • von der Energieversorgung.

Die Fläche umfasst 750 Quadratkilometer. Die Lippe durchfließt das Gebiet. Sie ist circa 60 Kilometer lang und wird intensiv genutzt:

  • sie liefert Brauchwasser für die Industrie und das Gewerbe,
  • sie liefert Kühlwasser für Kraftwerke,
  • nimmt das gereinigte Abwasser von kommunalen und industriellen Kläranlage und
  • das salzhaltige Grubenwasser des Bergbaus auf.

Die Bergsenkungen aus dem Steinkohleabbau führten dazu, dass die Lippe auf einer Strecke von über 30 Kilometer eingedeicht werden musste. So konnte der Wasserabfluss gewährleistet werden. Die Lippe und ihre Nebenflüsse sind zum größten Teil ausgebaut, begradigt oder verrohrt worden. Außerdem gibt es zahlreiche eingedeichte, künstlich entwässerte Gebiete, sogenannte Poldergebiete.

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Workshop zur Anleitung der Arbeitshilfe „Strahlwirkungs- und Trittsteinkonzept in der Planungspraxis“:

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