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Umwelt und Natur


Natur- und Landschaftsschutz

Hinweisschild Naturschutzgebiet

© Irina Fischer/Fotolia

Die Bezirksregierung setzt sich als höhere Naturschutzbehörde für den Natur- und Landschaftsschutz ein. Sie sorgt dafür, dass Natur und Landschaft so geschützt, gepflegt und entwickelt werden, dass ein leistungs­fähiger und vielfältiger Natur­haushalt im Regierungsbezirk erhalten bleibt. Voraus­setzung dafür ist ein Biotopverbund, der die gefährdeten Lebensräume und ihre Arten sichern kann.

Aufgaben der höheren Naturschutzbehörde

Um die Ziele im Natur- und Landschaftsschutz zu erreichen, gehört es zu den Aufgaben der Bezirksregierung Münster als höhere Naturschutzbehörde:

  • Teile von Natur und Landschaft zu schützen, wie zum Beispiel Natur- und Landschaftsschutzgebiete auszuweisen,
  • Fachaufsicht gegenüber den unteren Naturschutzbehörden zu führen,
  • Fördermittel zu vergeben,
  • den Artenschutz als Fachaufsichtsbehörde zu überwachen,
  • die Reitabgabe zu verwalten und Reitwege zu fördern,
  • landeseigene Flächen in Naturschutzgebieten zu verpachten,
  • der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen sowie
  • naturschutzfachliche und -rechtliche Stellungnahmen zu Plänen, Projekten, Plänen etc. zu geben.

Schutzgebietsausweisung

Die Bezirksregierung setzt Natur- und Landschaftsschutzgebiete in der Regel durch Verordnungen fest. Darin enthalten sind:

  • der konkrete Schutzzweck,
  • das Schutzziel und
  • die Verbotsvorschriften, die in diesen Gebieten wirksam sind.
Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk

Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk. © Bezirksregierung Münster

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Die örtlichen, unteren Naturschutzbehörden und die Biologischen Stationen sind unmittelbar für die Pflege und Entwicklung dieser Gebiete zuständig. Es ist auch ihre Aufgabe, zu überwachen, dass die jeweiligen Verbotsvorschriften eingehalten werden. Die unteren Naturschutzbehörden erteilen darüber hinaus die gegebenenfalls erforderlichen Befreiungen von den Verboten der Schutzgebietsverordnungen.

Ende 2016 waren bereits 6,09 Prozent der Fläche des Regierungsbezirks Münster als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Schutzausweisung weiterer, bislang ungeschützter, wertvoller Teile von Natur und Landschaft ist eine dauerhafte Aufgabe der Bezirksregierung.

Tabelle der Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Münster

Tabelle der Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Münster © Bezriksregierung Münster

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Eine besondere Bedeutung haben die Schutzgebiete, die gemäß der europäischen Vogelschutzrichtlinie und der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) ausgewiesen werden. Mit Hilfe dieser Richtlinien wird das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 zum Schutz der biologischen Vielfalt in Europa aufgebaut. Natura 2000 umfasst eine repräsentative Auswahl besonders schutzwürdiger Lebensräume und Arten. Die Richtlinien verpflichten die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die Schutzgebiete zu erhalten und gegebenenfalls zu entwickeln. Gleichzeitig haben sie darauf zu achten, dass sich der Zustand der Natur in diesen Bereichen nicht verschlechtert. Deshalb unterliegen genehmigungspflichtige Pläne und Projekte, die ein FFH- oder Vogelschutzgebiet erheblich beeinträchtigen können, einer Verträglichkeitsprüfung.

Dies sind zum Beispiel:

  • Straßenbauvorhaben oder weiterer Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (Start- und Landebahnen, Eisenbahnstrecken),
  • Immissionsschutzrechtliche Genehmigungen für industrielle Anlagen oder auch Windenergieanlagen,
  • Ausbau von Gewässern oder auch Bau von Anlagen an Gewässern, soweit diese zum Netz Natura 2000 gehören,
  • die Anlage oder Erweiterung von Steinbrüchen und Abgrabungen, soweit Natura 2000-Gebiete betroffen sein können.

Landschaftspläne

Die Kreise und kreisfreien Städte stellen kommunale Landschaftspläne für ihre baulichen Außenbereiche im Sinne des Bauplanungsrechtes auf. Die Pläne richten sich nach den Vorschriften des Landschaftsgesetzes von Nordrhein-Westfalen. Diese verpflichten die Kreise und kreisfreien Städte, die Pläne der Bezirksregierung als höherer Naturschutzbehörde anzuzeigen.

Die Landschaftspläne:

  • enthalten die Entwicklungsziele für die Landschaft,
  • setzen besonders geschützte Teile von Natur und Landschaft fest,
  • kennzeichnen Bestandteile des Biotopverbunds,
  • führen besondere Festsetzungen für die forstliche Nutzung auf,
  • listen die Vorhaben zur Entwicklung, Pflege und Erschließung der Landschaft auf.

Informationen zu Landschaftsplänen der unteren Naturschutzbehörden im Regierungsbezirk erhalten Sie über die Internetauftritte der Kreise und Städte.


Fördermittel

Für den Naturschutz und die Landschaftspflege sind neben personellem Einsatz vor allem finanzielle Mittel notwendig. Hierfür gewährt die Bezirksregierung Münster auf Antrag Fördermittel. Dazu gehören Mittel aus den Strukturfonds der Europäischen Union, nämlich dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Landesmittel, unter anderem auf Grundlage der Förderrichtlinie Naturschutz (FöNa).

Mit den Fördermitteln werden unter anderem unterstützt:

  • die unteren Naturschutzbehörden der Kreise und kreisfreien Städte, um Landschaftspläne aufzustellen und umzusetzen,
  • Naturschutzprojekte außerhalb rechtskräftiger Landschaftspläne durch Kommunen,
  • Pflege und Entwicklung in Schutzgebieten,
  • Förderung des Biotopverbundes,
  • Naturparks, um Naturhaushalt zu verbessern und Erholungseinrichtungen zu schaffen und zu unterhalten,
  • Tätigkeiten der Biologischen Stationen und der ehrenamtlich tätigen Naturschutzvereine,
  • der Ankauf schutzwürdiger Flächen und Biotope.

Einen Antrag auf Projektförderung können stellen:

  • Kreise,
  • kreisfreie Städte und Gemeinden,
  • Privatpersonen,
  • Naturparks,
  • Biologische Stationen sowie
  • Vereine und Verbände, die sich für die Belange des Natur- und Artenschutzes einsetzen.

Die Förderung für die beantragten Maßnahmen erfolgt als Anteilsfinanzierung in der Regel in einer Höhe von 50 bis 80 Prozent.


Landeseigener Grunderwerb

Die Bezirksregierung erwirbt für das Land Nordrhein-Westfalen Flächen innerhalb von Naturschutzgebieten. Damit will sie sicherstellen, dass besonders gefährdete Tier- und Pflanzenarten beziehungsweise Biotope erhalten bleiben. Der Ankauf schutzwürdiger Grundstücke soll Natur und Landschaft dauerhaft sichern. Er ermöglicht, die Naturschutzgebiete zu optimieren.

Bestimmte Flächen werden an interessierte Landwirte zurück verpachtet. Dies gilt für Grünland oder andere Biotope, die nur dadurch zu erhalten sind, dass sie bewirtschaftet werden. Mit der Verpachtung stellt die Bezirksregierung spezielle ökologische Anforderungen. Ebenso verfährt die Bezirksregierung mit den Eigenjagden des Landes Nordrhein-Westfalen in den Naturschutzgebieten. Die zuständigen Biologischen Stationen betreuen im Regelfall die landeseigenen Flächen. Gleichzeitig stehen sie den Landwirten als fachliche Ansprechpartner zur Verfügung.

In den letzten Jahren wurden im Regierungsbezirk vorwiegend Flächen im Rahmen des Feuchtwiesenschutzprogramms erworben. Daneben kaufte das Land Nordrhein-Westfalen aber auch besonders wertvolle andere Flächen wie zum Beispiel Moorgebiete.


Artenschutz

Europäische Laubfrosch (Hyla arborea)

Der Bestand des Laubfrosches geht seit Jahrzehnten landesweit zurück. © Franz Reinhard

Der Artenschutz zielt darauf, die biologische Vielfalt zu schützen. Hauptursachen der Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten weltweit sind ihre wirtschaftliche Verwertung und der Verlust natürlicher Lebensräume infolge der Inanspruchnahme durch die Menschen.

Um der Gefährdung für den globalen Artenrückgang entgegenzuwirken, regelt der internationale Artenschutz in erster Linie den Handel von gefährdeten Tieren und Pflanzen. Rechtliche Grundlage ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, das innerhalb der EU durch die EG-Verordnung 338/97 umgesetzt wird.

Der nationale und besondere Artenschutz schützt und pflegt vorrangig die heimischen wild lebenden Tiere und wild wachsenden Pflanzen. Rechtsgrundlagen sind das Bundesnaturschutzgesetz, die Bundesartenschutzverordnung und das Landschaftsgesetz NRW. Durch sie werden auch die artenschutzrelevanten Vorgaben der Vogelschutzrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie konkretisiert und umgesetzt.

Die Aufgaben der Bezirksregierung Münster umfassen im Bereich des Artenschutzes insbesondere:

  • die Fach- und Rechtsaufsicht für die unteren Naturschutzbehörden,
  • fachliche Stellungnahmen zu Verwaltungsentscheidungen, wie zum Beispiel Planfeststellungsverfahren,
  • Entscheidungen über Ansiedeln/Aussetzen von Tieren oder von gebietsfremden Pflanzen,
  • die Bearbeitung von Eingaben/Petitionen.

Kanufahren auf der Ems im Naturschutzgebiet „Emsaue“

Naturschutzgebiet „Emsaue”

Die Ems bietet im Münsterland einer Fülle von Tieren und Pflanzen, darunter vielen gefährdeten Arten, Lebensraum. Von besonderer ökologischer Bedeutung sind die Prall- und Gleitufer, ehemalige Stromrinnen, Altarme, flussbegleitenden Dünen, Röhrichte und Feuchtflächen. Um die fast ursprüngliche Naturlandschaft der Emsaue zu erhalten wurde diese als Schutzgebiet von europäischer Bedeutung anerkannt und durch Landschaftspläne der Kreise Steinfurt und Warendorf sowie der Stadt Münster unter Naturschutz gestellt. In diesem Zusammenhang wurden auch für die Ems im Münsterland Befahrensregeln für Wassersportler getroffen.

Grundsätzliche Befahrensregelungen für die Ems im Münsterland

Naturschutz und Freizeitsport lassen sich miteinander vereinbaren, wenn folgende Regeln eingehalten werden:

  • Legen Sie nur an den gekennzeichneten Anlegestellen ab und an,
  • befahren Sie keine Altarme,
  • übernachten und zelten Sie nicht innerhalb der Naturschutzgebiete und
  • vermeiden Sie Müll und Lärm.

Ein- und Aussetzstellen für den Kanusport im Naturschutzgebiet „Emsaue”

Folgende Stellen sind öffentlich zugänglich und werden vom „Arbeitskreis zur Ausübung des Kanusports” als Ein- und Aussetzstelle empfohlen:

  • WAF 1 – An der K 18 (neue Mühle)
  • WAF 2 – Emssee
  • WAF 4 – Warendorf-Stadtzentrum, Teufelsbrücke
  • WAF 6 – Hesselmündung
  • WAF 7 – Straßenbrücke Einen-Müssingen am Pegelhäuschen
  • WAF 8 – Emswehr Telgte
  • WAF 9 – Telgte, Stadtzentrum
  • WAF10 – Telgte, Kreuzungsber. B51/L 811
  • MS 1 – Münster-Handorf (Ringemann)
  • ST 1 – Fuestrup, Münster-Gelmer, Brücke K45,
  • ST 2 – Yachthafen
  • ST 3 – Gimbte, Brücke Alter Fährweg
  • ST 4 – Schöneflieth, Greven-Freibad, vor Wehr
  • ST 5 – Cramer, Brücke westl. B 219, hinter Wehr
  • ST 6 – Greven Innenstadt
  • ST 7 – Hembergen, Brücke der K 2
  • ST 8 – Saerbeck
  • ST 9 – Sinningen, Brücke L 590
  • ST 10 – Bockholter Fähre
  • ST 11 – Hohe Heide
  • ST 12 – WSV Rheine, Eisenbahnbrücke
  • ST 13 – Sportplatz
  • ST 14 – Emssagawiese
  • ST 15 – Rheine Innenstadt
  • ST 16 – Bayernstraße
  • ST 17 – Kloster Bentlage
  • ST 18 – 2. Schleuse Bentlage

Schutzregelungen für besonders sensible Emsbereiche

Die Emsabschnitte zwischen folgenden Anlegestellen sind ökologisch besonders bedeutsam und schützenswert:

  • MS 1 (MS-Handorf, Ringemann) – ST 1 (Gelmer, Fuestrup, K 45)
  • ST 10 (Bockholter Fähre) – ST 12 (Eisenbahnbrücke, WSV Rheine)

Hier gilt: Zwischen dem 1. Mai und 31. Oktober müssen Kanutouren an Wochenenden und Feiertagen angemeldet werden.

Gruppen ab 11 Personen müssen dabei von einem ökologisch geschulten Führer begleitet werden. Der Tourenführer kann bei den Tourismusstellen gebucht werden.

Anmeldungen sind an folgenden Stellen möglich:

Weitere Links

Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk

Auf der folgenden Seite finden Sie Entwürfe von Naturschutzgebietsverordnungen mit den dazugehörigen Anlagen und Bekanntmachungen:

Im Folgenden finden Sie einen Überblick der Naturschutzgebiete der einzelnen Kreise und kreisfreien Städte im Regierungsbezirk Münster.

Naturschutzgebiete, die nicht durch einen Landschaftsplan unter Schutz gestellt sind, werden im Amtsblatt der Bezirksregierung Münster veröffentlicht. Im folgenden finden Sie die Naturschutzegebietsverordnungen ab dem Jahr 2000. Verordnungen aus vorangegangenen Jahren müssen bei Bedarf gesondert angefordert werden.




Kreis Recklinghausen

Übersicht
Verordnungen

Weitere Naturschutzgebiete sind durch Landschaftspläne des Kreises Recklinghausen unter Schutz gestellt:

Landschaftsschutzgebiete nach § 26 Bundesnaturschutzgesetz

Kreis Steinfurt

Übersicht
Verordnungen

Weitere Naturschutzgebiete sind durch Landschaftspläne des Kreises Steinfurt unter Schutz gestellt:


Kreis Warendorf




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Telefax: +49 (0)251 411-2525

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