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Verkehr


Flughäfen, Flugplätze

Flugzeuge dürfen in der Regel nur auf dafür bestimmten Flugplätzen starten und landen. Die Anlage dieser Flugplätze muss genehmigt und ihr Betrieb kontrolliert werden. Die Bezirksregierung genehmigt und beaufsichtigt die Flugplätze für den zivilen Luftverkehr in den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster. Als zuständige Landesluftfahrtbehörde ist sie Ansprechpartnerin für die Betreiber von Flugplätzen.

Zuständigkeit

Genehmigungen von Landeplätzen

Die Landesluftfahrtbehörde genehmigt Landeplätze. Im Einzelnen sind dies Genehmigungen:

  • um einen Flugplatz zu errichten,
  • um eine bestehende Flugplatzanlage wesentlich zu ändern und
  • um einen Flugplatz zu betreiben.

Die Genehmigung zum Betrieb eines Verkehrslandeplatzes beinhaltet zum Beispiel seine Ausstattung mit Personal oder seine Betriebspflicht gemäß § 45 Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Die für die Betriebspflicht festgelegten Betriebszeiten der einzelnen Verkehrslandeplätze sind im Luftfahrthandbuch Deutschland VFR aufgeführt.

Im Gegensatz zu den Verkehrslandeplätzen unterliegen Sonderlandeplätze keiner Betriebspflicht. Die von der Bezirksregierung genehmigten Hubschraubersonderlandeplätze sind zumeist Hubschrauberlandeflächen an Krankenhäusern. Darüber hinaus betreiben vereinzelt mittelständische Firmen im Zuständigkeitsbereich Hubschraubersonderlandeplätze.

Voraussetzungen für die Genehmigung von Modellflugplätzen

Für die Genehmigung von Modellflugplätzen muss ein Gelände verschiedene Voraussetzungen erfüllen. So kommt nur ein Platz infrage, der für einen sicheren Modellflugbetrieb beschaffen ist und dessen örtliche Lage geeignet ist. Das heißt, die Oberfläche der Start- und Landebahn darf keine Hindernisse für Start und Landung aufweisen. Des Weiteren muss das Gelände gut über Straßen oder Wege zu erreichen sein, die für den Kraftfahrzeugverkehr tauglich sind.

Außerdem sind für einen Antrag zum Betrieb eines Modellfluggeländes eine schriftliche Nutzungsberechtigung des Geländeeigentümers sowie ein Gutachten nötig. Mit dem Gutachten belegt ein Modellflugsachverständiger, dass das Gelände und der Luftraum, in dem der Flugbetrieb stattfinden soll, für den Betrieb als Modellflugplatz geeignet sind.

Erlaubnisse für Flugbetrieb außerhalb von Flugplätzen

Auch wenn der sogenannte Flugplatzzwang vorschreibt, dass Flugzeuge nur auf dafür bestimmten Flugplätzen starten und landen dürfen, gibt es Ausnahmen. In besonderen Fällen erteilt die Landesluftfahrtbehörde Erlaubnisse für den Flugbetrieb außerhalb von Flugplätzen. Auch ermöglicht sie es Luftfahrzeugführern im Einzelfall, auf solchen Flugplätzen zu starten oder zu landen, für die sie generell keine Genehmigung haben. Anträge hierzu können Sie formlos schriftlich beim Dezernat für Luftverkehr der Bezirksregierung einreichen.

Das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen führt die Aufsicht über die internationalen Verkehrsflughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück. Die Aufsicht über alle anderen Flugplätze und -gelände in Nordrhein-Westfalen obliegt den Bezirksregierungen Münster und Düsseldorf.

Die Bezirksregierung Münster ist für den gesamten westfälisch-lippischen Landesteil zuständig, also für die Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster und die dort gelegenen Regionalflughäfen:

  • Dortmund,
  • Paderborn/Lippstadt und
  • den Siegerlandflughafen.

Genehmigungsbehörde für den Flughafen Münster/Osnabrück ist das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Aufsicht über den Flugbetrieb ist der Bezirksregierung für den gesamten westfälisch-lippischen Landesteil vom Land übertragen worden.

Flugplätze im Regierungsbezirk

Der Oberbegriff „Flugplätze“ umfasst neben den Flughäfen auch Landeplätze, Segelfluggelände und Fluggelände. Derzeit liegen in Westfalen-Lippe:

  • 4 Flughäfen,
  • 11 Verkehrslandeplätze,
  • 20 Sonderlandeplätze,
  • 15 Segelfluggelände,
  • 23 Hubschraubersonderlandeplätze,
  • 9 Ballonstartplätze,
  • 10 Ultraleichtfluggelände und
  • circa 150 Modellfluggelände.

Genehmigungsverfahren zur Änderung oder Erweiterung von Flugplätzen

Es bedarf einer Genehmigung nach § 6 Luftverkehrsgesetz, wenn Anlagen oder der Betrieb von Flugplätzen wesentlich geändert oder erweitert werden sollen. Die Bezirksregierung Münster entscheidet in Genehmigungsverfahren über Anträge zur Änderung oder Erweiterung von Flugplätzen, die in ihrem Zuständigkeitsbereich liegen.


Flughafen Dortmund, Änderungsgenehmigung 2018

Am Flughafen Dortmund ist in Zukunft in eingeschränktem Umfang ein Flugbetrieb in der Nachtzeit zulässig. Die Bezirksregierung Münster hat am Donnerstag als zuständige Landesluftfahrtbehörde die  Genehmigung erteilt, dass in der Zeit von 22:00 bis 23:00 Uhr pro Tag durchschnittlich vier planmäßige Landungen stattfinden dürfen. Planmäßige Starts nach 22:00 Uhr sind hingegen wie bisher nicht zulässig. 

Für planmäßige Landungen ist zudem zugestanden worden, dass sie im Fall einer Verspätung noch bis 23:30 Uhr erfolgen können. Für verspätete Starts gilt diese Ausnahme bis 22:30 Uhr. Die Zahl der zugelassenen verspäteten Flugbewegungen ist jedoch von bisher 20 auf nun monatlich 16 beschränkt worden.

Weitere, darüber hinausgehende Verspätungsfälle sind nur im Einzelfall nach ausdrücklicher Genehmigung durch die Luftfahrtbehörde zulässig.

Mit der Regelung hat die Bezirksregierung Münster im Rahmen einer erneuten  Abwägung eine Entscheidung getroffen, die dem berechtigten und in der Nachtzeit besonders zu berücksichtigenden Interesse der Bevölkerung an einer ungestörten Nachtruhe im Verhältnis zu dem bestehenden öffentlichen Verkehrsinteresse an einem bedarfsgerechten Flugbetrieb am Flughafen Dortmund Rechnung trägt. Die Neuregelung war erforderlich geworden, nachdem das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen der Bezirksregierung aufgegeben hatte, ihre Entscheidung aus dem Jahr 2014 nachzubessern.

Der Genehmigungsbescheid kann hier heruntergeladen werden:

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